GermanFashion präsentiert Modestatistik 2025 und Perspektiven 2026
Köln, 17.03.2026. Das Jahr 2025 hat die deutsche Bekleidungsbranche erneut stark gefordert und insgesamt zu rückläufigen Ergebnissen geführt. „Der Gesamtumsatz im Bekleidungsgewerbe lag 2025 im Vergleich zum Vorjahr bei minus 1,4 Prozent. Dieses Ergebnis setzt sich aus einem Rückgang des Inlandsumsatzes um 2,1 Prozent und einem Minus von 0,5 Prozent im Auslandsgeschäft zusammen“, erläutert der neue Präsident von GermanFashion Justus Lebek, geschäftsführender Gesellschafter von Lebek International Fashion.
Besonders deutlich fiel der Rückgang im Segment der „sonstigen Oberbekleidung“ aus, welches ein Minus von 2,2 Prozent verzeichnete – ein Bereich, dem die Mehrheit der Mitgliedsunternehmen des deutschen Modeverbandes zuzuordnen ist.
Weltweite Krisen, anhaltende Herausforderungen in den Lieferketten, eine verhaltene Inlandsnachfrage sowie kostenintensive Investitionen im Bereich Nachhaltigkeit belasten die Branche weiterhin und sorgen für eine insgesamt angespannte Lage. Einzig die Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung konnten sich dem negativen Trend entziehen und ihren Umsatz 2025 um 3,3 Prozent steigern.
Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Zahl der Beschäftigten leicht rückläufig (-1,3 Prozent), was nicht zuletzt auf die Insolvenzen innerhalb der Branche im Jahr 2025 hindeutet.
Ein Blick auf den gesamten Außenhandel mit Bekleidung – einschließlich der großen Handelsunternehmen – zeigt zudem ein vergleichsweise deutliches Exportminus von drei Prozent. Dies ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass der Export über Jahrzehnte als Wachstumsmotor der deutschen Bekleidungsbranche galt.
Export: Produktgruppen und Absatzmärkte
„Über nahezu alle Produktgruppen hinweg – sowohl in der Damen- als auch in der Herrenoberbekleidung – verzeichnen wir rückläufige Ausfuhrzahlen. Besonders deutlich fällt das Minus bei Kleidern mit 10,6 Prozent aus. Noch stärker betroffen sind Anzüge und Kombinationen für Herren, die einen Rückgang von 14 Prozent verbuchen“, erläutert Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion.
Ein Blick auf die wichtigsten Exportmärkte zeigt ein differenziertes Bild. „Unsere direkten Nachbarn Polen und die Schweiz konnten als einzige Länder ein wertmäßiges Exportplus von jeweils rund vier Prozent verzeichnen. In nahezu allen anderen Kernmärkten hingegen sind die Ausfuhren rückläufig. Zu den größten Verlierern zählen Österreich –drittstärkster Exportmarkt – sowie die Slowakei und Rumänien“ erklärt Lange weiter.
Bemerkenswert ist die Entwicklung in den USA: Trotz der Zollproblematik im Jahr 2025 wurde hier ein leichtes Wachstum erzielt. Offenbar werden die höheren Preise im dortigen Markt von den Verbraucherinnen und Verbrauchern akzeptiert bzw. durch den Importeur nicht weitergegeben.
Die Rangfolge der zehn wichtigsten Exportmärkte der deutschen Bekleidungsbranche bleibt auf Basis der Außenhandelsstatistik unverändert. Zu ihnen zählen Polen, die Schweiz, Österreich, die Niederlande, Frankreich, Belgien, Italien, Spanien, Tschechien und das Vereinigte Königreich.
Importe verzeichnen moderaten Anstieg
Bei den Bekleidungsimporten verzeichnen die 25 wichtigsten Sourcingländer der gesamten deutschen Modebranche inklusive der Handelsunternehmen einen Anstieg des Einfuhrwertes um rund neun Prozent. Diese Entwicklung ist ein ermutigendes Signal: Nach Jahren des Minus stabilisiert sich die Produktion wieder.
Zu den zentralen Produktionsländern zählen weiterhin China, Bangladesch, die Türkei, Vietnam, Kambodscha, Indien, Pakistan, Italien, Myanmar und Tunesien. Besonders stark fällt der Zuwachs beim wichtigsten Importland China aus, das laut Außenhandelsstatistik ein Plus von rund 17 Prozent erreicht. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese Zahlen teilweise auch Direktimporte chinesischer Fast-Fashion-Anbieter nach Deutschland einschließen.
Die als Nearshoring-Alternativen etablierten Standorte in Nordafrika bleiben klar im Aufwärtstrend: Ägypten verzeichnet ein beeindruckendes Plus von rund 42 Prozent, Tunesien wächst um sieben Prozent und Marokko um neun Prozent. Portugal, traditionell ein höherpreisiger Produktionsstandort, legt mit rund 17 Prozent deutlich zu.
Zu den größten Importgewinnern zählt zudem Vietnam mit einem Anstieg von rund 21 Prozent auf bereits hohem nominalem Niveau. Damit rangiert Vietnam – nach China – auf Platz zwei der dynamischsten Importländer noch vor Bangladesch.
„Mit Blick auf 2026 ist davon auszugehen, dass unsere Unternehmen – ähnlich wie bereits 2025 – mit einer vorsichtigen Grundhaltung und klarem Fokus auf konsequentes Kostenmanagement agieren werden. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll: Insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Beschaffung sowie Export und neue Markterschließungen sind weiterhin erhebliche Investitionen erforderlich. Gleichzeitig besteht unverändert eine hohe Nachfrage nach Produzenten, die logistisch zuverlässig liefern und gemäß europäischen Standards fertigen können. Vor diesem Hintergrund dürfte sich der Trend zum Nearshoring – insbesondere in nordafrikanische Länder – auch im Jahr 2026 fortsetzen“, fasst Justus Lebek die Erwartungen für die kommende Entwicklung zusammen.
Die gesamte Statistik finden Sie hier: GermanFashion Statistik Jan-Dez 2025